Sonntag, 13. Dezember 2009

Neuorganisation des Rudels

Der Oktober lässt die ganze Routine des Septembers wieder verfallen, denn es sind zwei Wochen Frühlingsferien.
Genau genommen heißt das, ich bin 6 Tage die Woche 24 Stunden eingespannt, nicht sonderlich fair, aber meine Gasteltern sind größtenteils einfach arbeiten und somit bleibt mir nicht viel anderes, als nach den Kindern zu schauen. Abends sind sie erschöpft und schieben die Kinder dann auch gerne wieder ab.
Das trägt nicht sonderlich zum guten familiären Klima bei, aber immerhin bekomme ich so noch engeren Kontakt zu Mya und Morgan.
Ich gehöre für sie jetzt auch zur Familie und bin nicht mehr ganz so befremdlich.
Wir spielen viel, basteln viel und ich bekomme viele Bilder geschenkt, unter anderem dieses:


Unter anderem lerne ich auch die "Adoptivomi" der Kinder kennen. Nachdem die Eltern meiner Gasteltern schon früh verstorben sind und der einzig lebende Elternteil, ihr Vater, in Christchurch wohnt, haben sich die besten Freunde ihrer Mutter den Kindern angenommen und sie wie Großeltern für sie.
Mit "Nan" geht es also ins Natureland, einen kleinen Zoo am Strand.
Auch hier merkt man, dass der Frühling jetzt richtig ausgebrochen ist. Überall kleine Tierkinder. Von kleinen Entchen bis kleinen Ottern ist alles geboten und natürlich eine Vielzahl an Vögeln, so einen Facettenreichtum gibt es in Deutschland nicht und ich bin erstaunt wie viel meine Kinder schon über die neuseeländische Tierwelt wissen. Da habe ich wohl noch einiges aufzuholen.


















Eine weitere Beschäftigung an den vielen Regentagen, die die Ferien leider bringen, ist das Backen geworden.
Nach und nach entwickeln Mya und Morgan ihre ganz eigenen Ideen, wie man das Backen noch spaßiger gestalten kann.
So wird Morgans Fliegerbrille dann auch mal ganz schnell zum Spritzschutz, der natürlich kameradschaftlich mit allen Backbeteiligten geteilt wird.













Auch unser "Au Pair Rudel" wird neu organisiert. Wir bekommen Zuwachs. Eine Woche bevor Sabrina uns verlässt, kommt Esther, Sabrinas Nachfolge-Au-Pair nach Nelson und auch Carmen stößt in den Frühlingsferien zu uns.
Auch Lina war schon am 13. September in Nelson angekommen. Besonders Morgan hat sie sofort ins Herz geschlossen und ist des öfteren darüber empört, dass sie mich besuchen kommt und nicht extra für ihn zum Spielen.
Gemeinsam (mit meinen Kindern, deren Eltern mal wieder mit arbeiten beschäftigt sind, auch an einem Samstag...) laufen wir aufs "Center of New Zealand".
Nicht gerade ein entspannender Aufstieg, aber der Ausblick entschädigt definitiv und vor allem haben meine Kinder die Chance, sich mal wieder so richtig auszupowern.














(Von links: Lina, Mara, ich:), Carmen, Esther...Laura fotografiert:D)


Jetzt sind wir also zu sechst und die erste Umstellung ist, das wir jetzt nicht mehr alle in ein Auto passen und die Abendplanung deutlich mehr Zeit am Telefon fordert:D
Das schlechte Wetter der Ferien und mein deutlich größeres Aufgabenfeld lassen uns jetzt aber auch viele Abende zu Hause verbringen. Früh ins Bett heißt es häufiger als die Monate zuvor.

Dann sind die Ferien endlich vorbei und am ersten Schultag hole ich am Morgen erstmal den fehlenden Schlaf der letzten zwei Wochen nach, so weit wie eben möglich.
Das darauf folgende Wochenende soll es dann in Urlaub gehen.
Die Familie will das Wochenende mit mir am Golden Bay verbringen.
Wir wohnen ganz abgeschnitten, direkt auf der anderen Seite der Straße ist der Strand. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite, die Sonne strahlt bei unserer Ankunft freitags, als hätte sie das nie eingestellt.






Während meine Gastmutter die Einkaufstaschen auspackt und alles in der Küche unseres Ferienhauses einrichtet unternehme ich einen Spaziergang am Strand.
Ich mache tausende Fotos und endlich ist mir auch klar warum diese Region "Golden Bay" heißt, denn der Sand sieht aus, als wäre er überseht mit winzigen Goldpartikeln, die in der Sonne alle schimmern.







Ich bin der einzige Mensch an diesem Strand. Trotz sonnig warmen Wetter bin ich noch dick eingepackt, denn der Wind an den Küsten Neuseelands ist zu dieser Jahreszeit noch eisig kalt und sehr stark.
Dank Ebbe, kann man die jetzt trockenliegenden Boote zu Fuß ganz nah bestaunen und die Holzstege eignen sich prima zum Sonnen:)





Ich sammle mal wieder tausende von Muscheln und dann folgen mir auch schon bald die Kinder an den Strand und auch unser Hund George hat einiges zu entdecken, auch wenn ihm die ganzen Seesterne jetzt so wirklich gar nicht geheuer sind.
Meine Kinder werden zu kleinen Stranderkundern und finden auch ein ausgetrocknetes Haifischbaby, worüber sie auch noch lange erzählen.









Abends komme ich das erste Mal während meines Neuseelandaufenthaltes dazu ein Buch in die Hand zu nehmen und gehe früh schlafen.

Am nächsten Tag ist es regnerisch, mal wieder.
Trotzdem hält uns das nicht davon ab die Waikorupupu Springs zu besuchen, das klarste Wasser der Welt. Hier tritt das Wasser durch Quellen im See an die Oberfläche. Man kann kaum glauben, das dieser See wirklich tief sein soll, denn man kann genau erkennen, was sich auf dem Boden abspielt, so klar ist das Wasser.
Später geht es dann ans Lachsfischen und ich fange den ersten Fisch meines Lebens und mindestens genauso stolz bin ich auch.
Meine Kinder fangen auch jeweils einen, im schüttenden Regen.
Glücklich verspeißen sie unseren Fang zum Abendessen.















Am nächsten Tag sieht das Wetter nicht viel besser aus. Immerhin regnet es nur noch in Schüben und so verläuft unsere Wanderung an einen Wasserfall wenigstens teilweise trocken. Dann geht es auch schon zurück nach Nelson. Auf der eineinhalbstündigen Heimfahrt bekomme ich dann auch endlich meine langersehnten Fahrstunden auf der "falschen Seite". Wir halten noch am Eels Café in Motueka.
Wie der Name schon sagt, wohnen hier im kleinen Fluss, an dem durchaus versteckt gelegenen Café, Aale. Große, kleine und auf jeden Fall sehr hungrige.
Meine Kinder füttern natürlich begeistert, ich immer auf der Hut, dass dabei nicht zufällig einer der Finger verloren geht:D
Dann geht es aber wirklich wieder nach Hause, nach Nelson, zu meinen Mädels, zurück zum Schulalltag.

Samstag, 12. Dezember 2009

Und dann ist sie einfach weg...

Mit dem Oktober kommt auch die Zeit des Abschieds. Sabrina muss zurück nach Deutschland, aber eigentlich können wir uns das alle nicht so richtig vorstellen, sie gehört doch zu unserer kleinen Familie hier.
Eines ist aber sicher: Ohne richtige Abschiedsüberraschung lassen wir sie nicht von hier weg.
Und dann eines Wochenendes überfallen wir sie, mit vorheriger geheimer Planung mit ihrer Gastmutter Lisa, in ihrer Wohnung und entführen sie mit verbundenen Augen.
"Ich mag solche Überraschungen doch gar nicht"....Als würde uns das sonderlich interessieren:)




Leider kennt Sabrina die Straßen in Nelson viel zu gut und so muss eine Mehrfachfahrt durch den Kreisel helfen, ihre Sinne völlig zu verwirren.
Dann geht es los Richtung Hafen, wo schon ein kleines Taxiboot wartet, dass uns zum Leuchtturm übersetzen soll. Immerhin steht er auf der längsten natürlichen Sandbank der Welt und die ist immerhin hier in Nelson.
Sabrina ist so gar nicht wohl, als sie mit verbundenen Augen auf das Boot steigen muss, dafür freut sie sich umso mehr, als wir ihr endlich die Augenbinde abnehmen. Puh, diese Überraschung wäre dann wohl gelungen.

















Dann geht es auf den Leuchtturm, da wollte sie schließlich schon immer rauf, hat es nur nie geschafft. Wie gut, dass wir davon wussten.











Sabrina ahnt wohl nichts böses mehr, als wir mit unserem Taxiboot wieder am Hafen anlegen. Doch noch einmal kommt die Augenbinde zum Einsatz und ab geht es zum 20 Minuten entfernten Rabbit Island. Für Sabrina hat sich diese Zeit wohl eher angefühlt wie eine halbe Weltreise und schon auf der Fahrt fängt sie an zu philosophieren, ob wir wohl schon die A5 erreicht haben. Dennoch gibt es keine Gnade.
Während Laura und Mara das Picknick am Strand vorbereiten, gibts für Sabrina und mich noch ein Tänzchen...







Später erfüllen wir Sabrina noch einen Wunsch, auch wenn wir uns nicht ganz sicher sind, ob sie das in diesem Moment wirklich noch so gerne möchte: Wir schicken sie mit Mara in die kalten Fluten, denn immerhin war sie nur den Winter hier und noch kein einziges Mal in Neuseeland schwimmen.
So können wir sie wirklich nicht nach Hause fliegen lassen. Laura und ich drücken uns gekonnt, immerhin sind wir das Film- und Fototeam und natürlich halten wir alles ganz genau fest:)





Mit Maras Laptop präsentieren wir ihr unsere selbstgemachte Abschieds-DVD, bei der es wohl mehr Arbeit war sie geheimzuhalten, als sie tatsächlich zu produzieren.
Da wird uns dann auch das erste Mal bewusst, dass wir bald wirklich ohne unsere Sabrina sind. Das Szenario kann man sich wohl ausmalen und es bedarf keiner weiteren Ausführung.
Der Tag endet in unserem Stammlokal, dem Lonestar, wo wir IMMER mit heißer Schoki versorgt werden, auch wenn eigentlich schon geschlossen ist.





Nur wenige Tage später finden wir uns am Flughafen wieder. Gerade so schaffen wir es rechtzeitig, um Sabrina noch zu sehen. Ihr Flug geht jetzt doch nicht über den asiatischen Raum, Buchungsfehler. Sie muss die Amerikaroute nehmen und somit ändern sich sämtliche Ankunftszeiten.
Auch muss jetzt noch schnell ein Einreisevisum für Amerika organisiert werden. Wir, als auch die Reisegesellschaft, kommen noch ganz schön ins rudern, aber letztendlich geht alles gut.
Lange Zeit zum Abschiednehmen bleibt uns nicht und Sabrinas Jungs, Finlay und Ciaran, sind mindestens genauso traurig wie wir.
Als wir das Flugzeug dann starten sehen, können auch wir nicht mehr an uns halten. Ein ganz wichtiger Teil unseres Teams hat uns verlassen.

Liebe Sabrina, wir vermissen dich immer noch ganz furchtbar. Du fehlst uns bei jedem Lonestar- und Royalbesuch und ganz bestimmt hat niemand so einen Desinfektionswarn wie du:)
Wir sind uns ganz sicher, dass du eine super Lehrerin wirst und die Kinder riesig viel Spaß mit dir haben werden, außer sie waschen ihre Hände nicht:D

Mittwoch, 11. November 2009

Den September aufholen...:)

Nach längerer Blogpause kann ich endlich damit beginnen, das Aufzuholen, was ich die letzten eineinhalb Monate hier erlebt habe.
Ich bin nicht nur wie wild auf unserem Trampolin gehuepft, sondern gehe mitlerweile auch fleissig mit Laura ins Fitnessstudio; schliesslich muessen wir fit sein fuer die Kinder...


Mya

Morgan



Endlich ist auch in der neuen Familie ein bisschen der Alltag eingekehrt und dennoch gibt es immer wieder einiges zu erleben...

Noch Ende September sehe ich mein erstes Rugbyspiel, unser Team hat NATÜRLICH gewonnen, die Tasman Makos.








Soooo viele Menschen stroemen zu dem Rugbyspiel, es ist ganz unglaublich. Nach dem eher ruhigen Treiben auf den Straßen, sind wir erstaunt, wie viele Menschen eigentlich in Nelson leben. Nelson scheint endlich aus seinem Winterschlaf erwacht.
So wirklich scheinen wir die Spielregeln nicht zu durchschauen, sind uns allerdings auch nicht ganz so sicher, ob das jeder Neuseeländer am Spielfeldrand kann.
Durch fleißiges Beobachten können wir allerdings eine Regel herausfiltern:
Wenn man nicht mehr weiter weiß, einfach alle einen Haufen auf dem Spieler mit dem Rugby bilden.
Nach dem Spiel stellen meine Kinder und die Mädels das mit der "Haufenbildung" auch gleich mal nach.




Dadurch, dass mein Gastpapa bei der WHK arbeitet und diese das Spiel sponsert, kommen Sabrina und ich sogar in den Genuß von VIP-Karten an und somit die Eintritskarte zum Essenszelt.
Aber nicht nur dort gibt es gutes Essen. Nicht nur meine Kinder finden die viel zu pinke Zuckerwatte toll, auch wir Au Pairs versuchen uns daran.



Wenn die Wochenendplanung nicht ganz so ausgefallen ist verbringen wir es gerne am Strand oder einfach mit Billiardspielen.



















Donnerstags abends haben wir allerdings immer unseren Stammabend im "Royal Hotel", einer Backpacker-Bar. Da gibts Livemusik und es lässt sich trotzdem richtig gut quatschen (immerhin sind wir eine Mädels-Gruppe).





Zu meinen Kindern bekomme ich nach und nach einen besseren Draht, auch wenn das natürlich dauert. Aber ich verbringe ja ganz viel Zeit mit ihnen und gebe mir allergroeßte Mühe.
Schon bald ist Morgan samt mir bei seiner besten Freundin zum Spielen eingeladen, ihr Papa ist nämlich Deutscher und fragt mich über alles "Neue" was in Deutschland so vor sich geht aus.





Auch sonst haben die Kinder jetzt oft Freunde zum Spielen da. Das ist schön für sie und auch ich habe ehrlich gesagt weniger zu tun, denn mit den Freunden spielen macht eben doch mehr Spaß als mit mir.:D

Samstag, 12. September 2009

Und mit dem Jahreszeitenwechsel aendert sich alles...

Hier hat sich also in letzter Zeit einiges getan, wie sollte es auch anders sein. Mein Leben MUSS eben spannend bleiben. Ich versuche das Geschehene aber so gut wie moeglich zusammenzufassen:)

In meiner alten Gastfamilie spitzte sich die Situation leider etwas zu. Gespraeche waren hier leider nicht sehr wichtig, ich sollte dann doch eher Putzkraft als Au Pair sein und nach einem verheulten Wochenende aufrgrund mehrerer nicht allzu schoener Vorfaelle, beschliessen meine Mit-Au-Pairs und ich, ich muss da raus.

Meine Gastmutter ist ein richtiger Drachen, mehrere Anrufe nach Hause sind an diesem Wochenende noetig, ich bin krank, meine Erkaeltung geht seit vier Wochen nicht weg. So kann das nicht weitergehen.
Sabrina, Mara und Laura versuchen mich so oft als nur moeglich rauszuholen, irgendwo hinzuschleppen, um mich ein bisschen abzulenken, aber das hilft leider nur temporaer.

Sie informieren ihre Familien und auch diese sind geschockt und starten die Suche nach einer neuen Gastfamilie fuer mich.

Gluecklicherweise hat Sabrinas Gastmutter einen Arbeitskollegen, dessen Familie schon lange darueber nachdenkt, sich ein Au Pair zu nehmen.
Gleich montags kann ich sie noch treffen und sie beschliessen, mich zu retten.
Durch Maras Hilfe kann ich schon am Dienstag die alte Familie verlassen.
Meine neue Familie hat gerade ihr Haus renoviert und muss mein Zimmer noch schnell herrichten, also uebernachte ich eine Nacht bei Mara und ihrer Gastfamilie.

Endlich kann ich wieder eine Nacht ruhig schlafen und am naechsten Morgen ist meine Erkaeltung weg.
Gluecklich wie nie, hole ich meine neuen "Kinder" von der Schule ab und ziehe noch an diesem Nachmittag bei ihnen ein.

Es ist ein ganz ganz tolles Haus. Zwar habe ich keinen Whirlpool mehr (den ich auch im alten Haus leider nie ausgetestet habe), dafuer ist das Haus frisch renoviert, alle Zimmer sind hell, es gibt zwei Baeder, mein Zimmer hat eine eigene Tuer nach draussen und wir haben einen rieeeesigen Pool draussen:)
(Fotos werden noch folgen)

Das wichtigste ist aber, die Familie ist der Hammer.
Fuer sie bin ich nicht mehr NUR die Arbeitskraft, sondern ein richtiges Familienmitglied und so werde ich auch behandelt.
Meine Gastmutter Pen (eigentlich Penelope) verkauft hier in Nelson Haeuser und ist "Topseller of the year". Deshalb arbeitet sie auch 7 Tage die Woche und braucht dringend ein bisschen Unterstuetzung, weil sie ihre Kinder nicht vernachlaessigen moechte.
( Sie hat uebrigens auch meiner alten Gastfamilie ihr neues Haus verkauft und nach eigenen Angaben war die Entscheidung FUER mich schon gefallen, als sie nur hoerte, dass ein Au Pair in dieser Familie wohnt..."Ich musste dich da einfach wegholen", erzaehlt sie mir jetzt)
Frueher ist sie durch ihren Job viel durch die Welt gereist. Nachdem sie zwei Jahre in Australien als Tauchlehrerin gearbeitet hat, wurde sie von einer Firma engagiert, um verschiedene Plaetze ueberall in der Welt zu besuchen, Sehenswuerdigkeiten zu besichtigen, Hotels auszutesten und danach Berichte darueber zu schreiben und das Ganze zu verkaufen...
Sie erzaehlt furchtbar gerne von dieser Zeit und ist demenstprechend weltoffen.

John, mein Gastvater, kommt urspuenglich aus Australien.
Seine Eltern kamen nach dem Krieg aus Italien nach Australien, natuerlich ohne ein Wort Englisch zu sprechen. Leider sind sie frueh gestorben.
Auf einem Zwei-Monats-Trip nach Neuseeland blieb er dann hier bei Pen haengen, wie er mir erzaehlt.
Frueher ist er viel gesurft und verspricht mir, dass er mir wenigstens ein paar Sachen beibringen kann....

Mya (gesprochen Maja) ist noch 7 Jahre alt und freut sich riesig, dass sie eine grosse Gastschwester hat. Endlich wird ihr mal ganz viel Aufmerksamkeit geschenkt.
Sie hat eine besondere Vorliebe fuer meine Schminke und testet da auch gerne mal ein paar Sachen aus, wenn auch nicht immer sehr erfolgreich:D

Morgan, das ist ihr kleiner Bruder. Er ist noch 5 Jahre alt und liebt Transformers und Gute-Nacht-Geschichten. Er ist ein unglaublicher huebscher, ganz ganz lieber Junge, auch wenn er das manchmal ein bisschen ausnutzt:D und hat somit schon drei "girlfriends" in der Schule, die er natuerlich alle drei sehr liebt:)

Dadurch, dass die Kinder schon viel groesser sind, sind sie auch schon viel selbststaendiger (manchmal auch etwas stoerrischer) und man kann viel mehr aktiv mit ihnen unternehmen.
Morgan und ich begleiten Mya mittwochs zu ihrer Hip-Hop-Stunde und sie ist natuerlich ganz stolz (und verliert deshalb auch hin und wieder mal die Aufmerksamkeit).
Morgens bringe ich die Kinder in die Schule und hole sie erst mittags um 15:00 Uhr wieder ab. Zwischendrin habe ich Freizeit, treffe mich mit den Maedels oder werfe mich einfach nochmal ins Bett:)

An meinem dritten Tag in der neuen Familie ist hier abends volles Haus. Alle Arbeitskollegen des Vaters besuchen uns und jeder bringt etwas zu Essen mit.
Mein erstes neuseelaendische Barbecue und natuerlich gibt es Berge an Fleisch und Seafood....(sicherlich alles sehr "healthy")

Dank der Kinder bekomme auch ich als eine der Ersten Dessert, und was fuer einen Berg...:D
Den Kindern wird auf Dauer dann aber doch etwas langweilig und mein Zimmer wird kurzerhand zur Mal- und Bastelwiese umgestaltet. Schnell stellt sich heraus, dass die beiden eben doch eine etwas kreativere Ader haben als ich:)

Mein Samstag beginnt schon um 9 Uhr, denn die neue grosse Schwester muss beim Fruehstueck dabei sein, das ist ja wohl klar, ausserdem muss ich Mya die Haare machen und wenn ich mich schminke, dann will sie das natuerlich auch.
Trotz Regenwetter machen wir uns auf zum Samstagsmarkt, nur Mama kann nicht mitkommen, die muss wieder Haeuser verkaufen.
Auf dem Markt praesentiert mir mein Gastvater ganz stolz den Stand mit "German Sausages" und somit haben wir Bratwuerste zum Mittagessen.

Irgendwann vergrault uns der Regen dann aber doch zurueck nach Hause.
John ist noch ganz schoen muede von der Nacht davor und schlaeft vorm Fernseher ein. Die Kinder sind vom Fernseher zu Tode gelangweilt und so raffe ich mich zum Kekse backen auf. Die werden zu meinem eigenen Erstaunen sogar richtig lecker:)

Nach einem Spaziergang mit George, dem Hund der Familie, haben wir gerade noch Zeit die Murmelbahn aufzubauen und sie ordentlich auszutesten. Dann machen wir mit Daddy Nudeln, da ist er dann ganz Italiener:)
Nach einer grossen Gute-Nacht-Geschichten-Runde schlafen die zwei Rabauken dann aber auch ganz schnell ein.

Waehrend ich mich hier am Computer zu schaffen mache, verfolgen meine Gasteltern gespannt das Rugbyspiel, Suedafrika gegen Neuseeland. Natuerlich vergessen sie mich zum Haka, dem Maoritanz, der vor jedem Spiel der neuseelaendischen Mannschaft Pflicht ist, zu rufen...

Naechstes Wochenende fliegt mein Gastvater nach Wellington. Das Spiel Neuseeland - Australien kann er keinesfalls verpassen, zumal mir der Horror beschrieben wird, der es waere, wenn er dieses Spiel mit seiner Frau oder neuseelaendischen Freunden schauen muesste, da gesellt er sich doch lieber zu den anderen Australiern ins Stadion in Wellington.

Nach meinem Familienwechsel schaffe ich es auch endlich, mich im Fitnessstudio mit Laura anzumelden, es wird mal wieder Zeit fuer ein bisschen Bewegung in meinem Leben:)
Zumal das "very healthy food" auch bei mir Wirkung zeigt und das muss ich bekaempfen.

Jetzt sind es auch nur noch ca. 7 Wochen bis meine Schwester Kerstin und mein Schwager Alex nach Neuseeland geflogen kommen und wir uns zu einer 3-woechigen Rundreise, die mir meine neue Gastfamilie mit Freude genehmigt hat, aufmachen:)

Vorher werde ich aber mit der Familie noch ein Wochenende am "Golden Coast" verbringen und fuer Weihnachten ist sogar ein Trip nach Australien, ins Heimatland meines Gastvaters geplant, da sage ich doch nicht nein:)

Fotos werden bald folgen und natuerlich neue Berichte vom anderen, schoenen Ende der Welt!

Healthy Food!?!

Neuseelaender lieben "healthy food".
Zu Anfang war ich tief beeindruckt, dass wirklich fast jeder auf "healthy food" besteht. Allerding sollte sich mein Bild schon bald aendern.
Nachdem ich mir also groesste Muehe gebe, so viel Gemuese wie moeglich fuer meine Mahlzeiten zu verwenden, entdecke ich, dass "healthy food" hier eine sehr grosse Spanne hat.
Die Definition fuer die Kiwis ist sehr einfach. Enthaelt etwas Gemuese oder Obst, oder ist etwas sogar noch ohne Zucker zubereitet, dann ist das gesund, zu jeder Tages- oder Nachtzeit, das ist ja wohl klar. Denn was gesund ist, von dem sollte man schliesslich so viel wie moeglich zu sich nehmen...
Also serviere ich den zwei Kleinen, Nina und Sophia, ihr "very healthy breakfast", denn diese Cornflakes enthalten, zumindest nach Verpackungsangabe, alle fuer Kinder notwendigen Vitamine.
Um dieses Spektrum zu erweitern mische ich ihnen das "very healthy" Dosenobst unter, welches sogar die "Slim"-Variante ist, und somit zu 99,9% keinen Zucker enthaelt (so schmeckt das dann uebrigens auch).
"Very healthy" sind auch unsere Muesliriegel, enthalten sie doch nicht nur wertvolles Muesli (was ja bekanntlich tausend wichtige Vitamine enthaelt), sondern auch noch wertvollen Joghurt. Da faellt die Schokolade, in die dieser wertvolle Muesliriegel gepackt ist und der Honig, der all dieses "very healthy" Zeug zusammenhaelt, doch garnichtmehr auf:)
Das gilt uebrigens fuer alle Riegel. Soft Cake gibt es hier auch, zumindest eine aehnliche Variante. Jeder normale Mensch weiss, dass sie mehr Zucker als Frucht enthalten, aber die Verpackung zeigt eine grosse Orange und sie sagt da ist Orange drin, also ist das "very healthy", basta.
Am meisten freut mich, dass ich meinem "very healthy" Ernaehrungsplan noch eine Neuigkeit beifuegen kann, den ultimativ "very healthy" Schokojoghurt. Ja, sowas gibts....
Was in Deutschland als simpler Schokopudding verkauft wird, steht hier in einem voellig anderen Licht. Zuerst einmal heisst das nicht Pudding, das waere ja viel zu "unhealthy", es hat den Beinahmen "joghurt" und Schokojoghurt hoert sich doch gleich ganz anders an. Zudem hebt die Packung hervor, dass der "very healthy" Schokojoghurt ja wichtiges Calcium fuer den Bau der Knochen enthaelt, also....Gut und "very healthy", auch fuer die Kinder.
Stolz erzaehlt meine Gastmama also jedem, wie "very healthy" sie ihre Kinder doch ernaehrt und, dass sie ganz stolz ist,dass sie das auch an mich weitergeben konnte...