Sonntag, 3. Januar 2010

Wenn es blubbert und brodelt:)

Sonntag, 15.11.09

Die Nacht in unserem Zelt war mäßig. Immerhin war uns warm, die Luft war zu Zweit ja auch schnell veratmet, dennoch werden wir wachgehalten. Entweder wir werden von vorbeigefahrenden Autos aus dem Schlaf gerissen und nachdem der Verkehr, an der angeblich sowieso so sehr wenig befahrenen Straße, dann doch nachlässt, erwachen schon die ersten Vögel und geben ihr Gezwitscher preis.

Nachdem wir uns fertiggemacht haben besprechen wir beim Frühstück den Tagesplan. Alex und Kerstin entschließen sich dafür, später einen Skydive zu machen und rufen auch gleich an.
Der Himmel ist allerdings noch bedeckt, das Wetter ist nicht all zu gut und somit ist der Absprung ungewiss.
Zum Frühstück bekommen wir zudem Besuch von einer riesigen und ziemlich aufdringlichen Entenfamilie.


Somit fahren wir erstmal zu den "Craters of the Moon". Wir laufen auf Holzstegen. Neben uns raucht es aus der Erde. Der Dampf ist zwar warm, stinkt dafuer aber auch gehörig. Überall am Rand stehen "Danger"-Schilder. Trotz Nieselregen geniessen wir das Blubbern und Dampfen neben uns. Laura ist besonders begeistert von dem blubbernden Schlamm, allerdings verwirft sie die Idee sich hineinzusetzen und wird somit auch nicht verbrannt.















Wir beschließen anschließend noch in die Stadt zu fahren. Wir schlendern also durch Taupo, durch die Straßen und kleine Geschäfte. Trotz Sonntag sind alle Geschäfte bis 16:00 Uhr offen, wie überall in Neuseeland.
Im Campervan essen wir zu Mittag, dann wird es auch Zeit beim Skydive-Team anzurufen. Leider muss der Skydive ins Wasser fallen (also er soll auf 16:00 Uhr verschoben werden und dann eventuell stattfinden, aber wir wollen ja auch noch weiter nach Rotorua und somit fällt er ins Wasser).

Bevor es weitergeht suchen wir uns aber erstmal ein Internetcafe in Taupo und Kerstin und Alex verfassen eine Rundmail. Laura und ich befassen uns mit unseren unzähligen, nicht beantworteten Emails.

Wir wollen noch einen auf dem Weg liegenden Klettergarten besuchen, der sich aber als teurer Flop herausstellt.
In Rotorua fahren wir auf einen ganz tollen Campingplatz. Wir zahlen 18 NZ Dollar, das was wir dafür bekommen ist mehr als den Preis wert.
Der Mann an der Rezeption gibt uns alle möglichen Tipps, was wir alles unternehmen können. Das ist dann aber auch so viel, dass wir uns garnicht alles merken können.
Unter anderem hat der Campingplatz eine Hangi-Stelle, wo wir unsere Maiskolben, die wir am Tag zuvor gekauft haben, zubereiten. Zum Glück stinken sie danach nicht so, wie die Dämpfe, durch den sie erhitzt werden.

(freilaufende Pukekos auf dem Campingplatz)







Nach dem Essen spielen Kerstin und Alex erstmal ein paar Runden Ligretto. Laura und ich planen schon den nächsten Morgen. Immerhin wollen wir uns ein "Sterbeloch", alias Loch im Sand am Strand des zum Campingplatz gehörigen Sees, buddeln. Unter dem Sand verbirgt sich nämlich sogenanntes "Sandwasser", was im Gegensatz zum Seewasser, ganz heiß ist.
Dafür laufen wir nochmal zur Rezeption und borgen uns eine Schippe aus.
Danach setzen wir uns in die Hot Pools und sind total entspannt. Die Hot Pools befinden sich unter freiem Himmel und sind bis zu 40°C warm. Bei Ankunft auf dem Campingplatz hat es zwar richtig stark geregnet, doch als wir in den Hot Pools sitzen ist das schon wieder vorbei und die Stimmung richtig gut.

Erschöpft aber entspannt schlafen wir an diesem Abend ein, alle 4 im Camper.

Natur pur

Samstag, 14.11.09

Napier ist eine schöne Stadt im Art-déco Stil, sagt zumindest unser Lonely Planet, gekennzeichnet u.a. durch Geschwindigkeitslinien, allerdings haben wir bisher nicht rausgefunden, was das eigentlich ist.
Es gibt auch einen großen Skaterpark,bei dem man sich auch Rollschuhe ausleihen kann. Durchdüsen darf man allerdings mit allem Möglichen; von Rollschuhen bis zu Cityboards ist alles erlaubt.
Die Innenstadt gefällt uns wirklich gut, überall Palmen und Gärten.
















Auf dem Rückweg machen wir in einem Cafe halt und für Kerstin, Alex und mich gibt es einen kleinen Salat, für Laura einen yummy Muffin, der ürbigens ziemlich groß ist.

Mit dem Campervan geht es auf den Bluff Hill, einen super Aussichtspunkt über die ganze Stadt und auf das Meer. Allerdings führt nur eine enge One-Way-Straße das letzte Stück bis ganz auf den Aussichtspunkt. Mit dem Camper ein großes Erlebnis und adrenalinfördernd.



Weiter geht es Richtung Taupo.
Wir fahren durch traumhafte Landschaften, leider kann kein Foto festhalten, was wir sehen. Wir fahren entlang der Küste, durch bewaldete Berge und eben denen mit Schafen, vielen Schafen, sehr vielen Schafen eigentlich. Meist lassen sie sich aber nur als kleine weiße Punkte auf viel Grün erkennen.

An einem der vielen Aussichtspunkte machen wir halt und betrachten einen wunderschönen Wasserfall.










Etwas später ist etwas als Campingplatz ausgeschildert, was sich dann allerdings mehr als Riesenparkplatz herausstellt. Duschen oder Strom Fehlanzeige. Also fahren wir weiter.

Dann erreichen wir Taupo und finden schon bald einen Campingplatz. Laura und ich machen uns an den Aufbau des Zelts und bekommen sehr schnell Hilfe von einem freundlichen Mann, der alles behebt, bis auf unser Problem, zumindest anfangs. Letztendlich steht das Zelt dann aber doch. Im Campervan bereiten wir Jacket Potatoes zu und sie schmecken auch, obwohl sie anders als gewöhnlich schmecken, da die Versprechungen unserer Mikrowelle, die für dieses Gericht sogar eine extra Taste besitzt, größer sind als das was letztendlich dabei herauskommt.

Samstag, 2. Januar 2010

Von Freitag dem 13., Bergen, Blumen und anderen Sachen...

Freitag, 13.11.09

"Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen Sonnenschein...."
Das erste Mal in diesem Urlaub weckt uns Lauras Wecker. Es ist 8:00 Uhr morgens und unsere Kommunikationsfähigkeit ist eher gering, ganz im Gegensatz zu Lauras Erzählfreudigkeit im Schlaf der vorherigen Nacht.
Die Ente mit abgebrochenem Schnabel ( am Tag zuvor war sie uns an den Strand hinunter gefolgt) verfolgt Kerstin und Laura noch bis in den Schlaf.
Auf dem Weg zur Dusche, durch die Küche, sehen Laura und ich das erste Mal den Frühstückstisch und überschlagen uns fast vor Freude.
Nach unserer heißen Dusche huschen wir dann auch ganz schnell wieder die Treppen nach oben, um uns nur kurze Zeit später mit Kerstin und Alex über den Frühstückstisch herzumachen. Wir haben nicht nur die Auswahl zwischen (ungelogen) acht verschiedenen Müslisorten, zusätzlich gibt es noch jede Menge Melone, Erdbeeren, Golden Kiwi Fruit, frisch getoastetes Brot mit ganz tollem Honig und Marmelade (und natürlich lernen Alex und Kerstin Marmite kennen, über die wir herausfinden, dass sie zu 80% aus Hefe besteht).

Stark abgefüllt rollen wir den Berg hinunter Richtung Stadt. Magarete und Peter lassen uns aber nicht ohne genaue Anweisungen und ausgedrucktem Stadtplan gehen.

(Ausblick auf Wellington von vor Magarethes und Peters Haus)







Mit dem Cable Car (was wohl kurzzeitig nicht ganz so funktioniert, wie es eigentlich soll) fahren wir hoch auf den Berg zum botanischen Garten. Das Wetter ist hingegen aller Erwartungen doch sonnig und warm geworden, was unseren Spaziergang sehr angenehm werden lässt.




















Auch der Spielplatz hat einiges für uns zu bieten:)











Dann geht es mit dem Cable Car wieder hinunter und in der Stadt starten wir die Mission Essenssuche. Diese erweist sich jedoch bald als ein weit komplizierteres Anliegen als gedacht.






Letztendlich führt uns unser Weg in einen irischen Pub.
Endlich bekommen wir was zu essen, das denken zumindest wir. Bevor wir unsere Bestellung (=Essensbestellung) jedoch aufgeben können, müsen wir erst noch einmal zum Tisch zurück, um unsere Reisepässe zu holen. Ohne Pass nämlich keine Bestellung.
Lauras und meine vegetarische Spinat-Tomaten-Lasagne kommt nach nur fünf Minuten; sehr fragwürdig, vor allem wenn man an die mikrowellengewöhnten neuseeländischen Mägen denkt.
Gleichzeitig mit der Lasagne kommen auch noch ganz andere Neuigkeiten, der Pizzateig ist nämlich aus und somit entfällt die Hawai- (alias Hulla-Hulla-) Pizza für Kerstin und Alex. Leicht pikiert nehmen wir das hin und Kerstin entscheidet sich dann doch für eine Lasagne.
Währenddessen entdecke ich allerdings, dass meine Lasagne wohl nicht lange genug in der Mikrowelle war, denn die unteren zwei Lagen sind noch kühlschrankfrisch.
Wir sind nicht mehr leicht pikiert, wir sind in das Stadium des völligen Entsetzens gewechselt. Die Lasagne geht dann zurück und nach einer halben Ewigkeit kommt eine neue für mich und die für Kerstin. Von Alex Ceasar Salad ist immernoch keine Spur. Wir hoffen es ist ein gutes Zeichen und das Huhn muss erst noch geschlachtet werden, was wenigstens für absolute Frische sprechen würde.
Wir Mädels sind mit der Lasagne schon fast fertig (Alex musste natürlich nicht verhungern, immerhin war es mitlerweile schon kurz vor drei und seit dem Frühstück einige Zeit vergangen) da kommt Alex Salat dann doch noch.
Annehmbar ist wohl der richtige Ausdruck für unser verspätetes Mittagessen. Unsere Bedienung ist eine absolute Schnepfe. Während der ganzen Zeit wird sich bei uns nicht ein Mal entschuldigt.
Dieses Erlebnis ist so schockierend, dass wir auf unserer gesamten Rundreise keinen einzigen Irish Pub mehr besuchen.

Der Berg, der sich beim Runterlaufen als sehr angenehm erwiesen hatte, zeigte sich beim Hinauflaufen als richtig gutes Workout. Zwischenzeitlich demonstriere ich, wie sich meine Gastkinder in solch einer Situation wehren würden.


Danach entwickeln wir dann unsere eigene Taktik, wie man den Berg am leichtesten besteigt. Nur so viel: Alex schiebt:D


Dementsprechend KO (vor allem natürlich Alex) stehen wir kurze Zeit später vor Magarethes Tür.
Unsere Adoptivomi versorgt uns daraufhin natürlich sofort wieder mit Fruchtsaft und Tee und erklärt uns den besten Weg Richtung Norden.
Erst kurz nach 16:00 Uhr gelingt es uns dann aufzubrechen. Zwei Stunden Fahrt sollen uns nach Palmerston North führen. Dank Stau (und das in Neuseeland!!!) kommen wir aber erst gegen kurz vor 19:00 Uhr auf dem Campingplatz an. Freitag der 13. macht sich also nicht nur in Pubs, sondern auch auf dem Highway bemerkbar.

Bevor wir essen und schlafen gehen (eine Runde Uno natürlich inklusive) bleiben uns noch 2 Stunden im Schwimmbad um die Ecke. Im Gegensatz zu Nelson ähnelt dieses Schwimmbad sogar einem Spaßbad. Es gibt eine riesige, lange, aufgeblasene Luftschlange zum Drüberlaufen, einen Spa Pool und einen Strudel. Wir rutschen sogar einmal die riesige Wasserrutsche, ürbigens ohne Licht und sehr gruselig, hinunter. Danach werden wir allerdings darauf aufmerksam gemacht, dass man dafür eigentlich extra zahlen muss. Wie gut, dass wir das nicht gemacht haben, das war uns sowieso viel zu gruselig.
An diesem Abend schlafen wir dann auch alle ganz schnell ein.